Risk Management Qualität & Produktion

Ein effektives Risiko – und Krisenmanagement (Riskmanagement), nachfolgend unter dem Begriff Risikomanagement behandelt, ist für die Absicherung unternehmerischer Risiken unverzichtbar. Wir betrachten dieses Thema unter dem Aspekt der Produkthaftung und des Produktrückrufs.

Eine Versicherung kann typischerweise nur Schadenersatzforderungen Dritter und hierbei ausschließlich finanzielle Folgen „abfedern“, die ein Unternehmen nachhaltig finanziell belasten oder in den Konkurs führen würden. Ein „Imageschaden“ kann nicht oder nur gegen hohe Prämie versichert werden. Bei jedem Versicherungsfall entsteht im Unternehmen darüber hinaus ein Schaden, der selbst zu tragen ist. Aus diesem Grund ist es erforderlich über den Versicherungsschutz hinaus eigene Vorsorgemaßnahmen im Unternehmen zu treffen.
Auf den Fall einer Krisensituation wie beispielsweise eines Produkthaftpflichtschadens muss der Unternehmer – unter anderem durch effektive organisatorische Maßnahmen – optimal vorbereitet sein.

Der Prävention durch den Unternehmer für einen möglichen Krisenfall kommt eine entscheidende Rolle zu. Bei Schadenfällen hat sich häufig gezeigt, dass die vorliegenden technisch/organisatorischen Abläufe in den betroffenen Unternehmen im Vorfeld nicht unter Risikoaspekten betrachtet bzw. geprüft wurden.
Um auf eine Krise ausreichend vorbereitet zu sein, sollten bei Unternehmen mit eigener Entwicklung und Fertigung in kürzeren Abständen Risikoanalysen der Prozessabläufe im Haus durchgeführt werden. Bei einem festgestellten Optimierungspotenzial sollte das bestehende Qualitäts-Managementsystem dann entsprechend ergänzt werden.

Risk Management Qualität & Produktion
Folgendes Szenario ist in der Realität schon häufig in ähnlicher Form eingetreten und hat zu hohen Folgekosten geführt:

  • Bei einem Antriebsaggregat, das in einer hohen Stückzahl gefertigt wird, soll eine Optimierung der Herstellungskosten erfolgen. Ohne Absprache und Freigabe durch die zuständige technische Abteilung wird ein Einzelteil bei einem preiswerteren Anbieter eingekauft. Der dort verwendete Werkstoff ist minderwertig und führt nach einiger Betriebszeit zum Totalausfall des Aggregates. Folge: Weltweiter Austausch mit Kosten in Millionenhöhe.

Zur Vermeidung der Konsequenzen aus dem geschilderten Fall wären beispielsweise folgende Analysen und Maßnahmen sinnvoll:

  • Risikoanalyse der Entwicklungs- und Fertigungsabläufe auf mögliche Schwachstellen in der Dokumentation, bei Freigabeabläufen usw.
  • Installation eines Reklamations- und Rückrufmanagements zur Eingrenzung der betroffenen Stückzahlen, Festlegung der erforderlichen Einzelkosten für den Austausch etc.
  • Erstellung eines Krisenplans/Rückrufplans, der alle für den Krisenfall erforderlichen Schritte vorgibt
Existenzbedrohende finanzielle Risiken sind durch bedarfgerechte – d.h. an den Erfordernissen des Unternehmens ausgerichtete – Versicherungslösungen zu minimieren. Dies setzt eine Beratung durch Versicherungs-Experten voraus. Wesentliche Versicherungsdeckungen für das Produkthaftpflichtrisiko und einen möglichen Produktrückruf sind:

  • Produkthaftpflichtversicherung mit Aus- und Einbaukostendeckung bei fehlerhaften Teilen, einschließlich einer Rückrufkostendeckung
  • Rückrufkostenhaftpflichtversicherung
  • Produktschutzversicherung

Darüber hinaus kann, je nach Bedarf, die Risikoabsicherung von Unternehmen unter anderem um folgende Versicherungsdeckungen ergänzt werden, wie z.B.:

  • K&R (Erpressung)
  • Ausfallschaden (BU-Versicherung)
  • D&O (Strafrecht-Schutz)
Aufgrund von Erfahrungswerten bei der Beratung von Unternehmen aus verschiedenen Branchen hat sich gezeigt, dass die Ermittlung und Bewertung von Risiken nicht schematisch erfolgen kann, sondern kundenspezifisch nach Schwerpunkten und unter Einbeziehung der Mitarbeiter mit den dort vorhandenen Erfahrungswerten erfolgen muss.

Neben den vorgenannten Versicherungsdeckungen bietet der Markt spezielle Produkte für weitergehende Absicherung von Unternehmensrisiken an. Wie bereits ausgeführt, kann ein Versicherungsschutz nur die Existenz bedrohenden Risiken von Unternehmen absichern.

Der Unternehmer bzw. das Unternehmen muss mit seinen Mitarbeitern die bestehenden Risiken selbst analysieren, um auch im „Notfall“ handlungsfähig zu bleiben. Neben einer individuellen Analyse ist der „gesunde Menschenverstand“ ein guter Ratgeber.

Zur Erarbeitung von Lösungen und der Durchführung dabei erforderlicher Maßnahmen stehen Ihnen die Experten unseres Netzwerkes gerne zur Verfügung.